Zutatenratgeber

Vorweg eine kurze Anmerkung:

Wenn ich hier Marken oder bestimmte Produkte nenne, möchte ich keinerlei Werbung machen, ich möchte lediglich allen, die sich plötzlich mit dem Problem einer Lebensmittelallergie konfrontiert sehen, eine Hilfestellung leisten. Allgemein gilt beim Einkauf, egal für welches Produkt, immer die Zutaten lesen. Am Besten doppelt und dreifach. Irgendwann entwickelt sich dann ein gewisses Sortiment, das man kennt und bedenkenlos in den Einkaufskorb schlichten kann.

Milch

Milch ist bei uns ein absolutes No Go! Darum ersetzen wir sie durch eine Getreidemilch. Sojamilch ist keine Alternative für einen Milcheiweißallergiker, da Soja eine Kreuzallergie zu Milch auslösen kann. Wir greifen in den meisten Fällen zu Reismilch oder Hafermilch mit zugesetztem Calcium, da mit der Milch ja einer der alltäglichsten Caliumlieferanten weg fällt.

Sahne

Hier kommt es immer darauf an, was genau man vor hat… In der Regel greife ich für Soßen und Desserts zu Hafersahne (z.B. von Oatly). Da diese einen recht hohen Fettgehalt hat, dickt sich beim Reduzieren auch schön ein, so wie echte Sahne. Will man ein paar Kalorien sparen, gibt es auch eine Reissahne von Natumi, die einen Fettanteil von lediglich 8% aufweist. Hat das Gericht sowieso eine eher exotische Note? Sehr gut! Hier kann man dann mit Kokosmilch arbeiten. Ich habe gelesen, dass sich gut gekühlte Kokosmilch mit hohem Fettanteil sogar wie Sahne schlagen lassen soll, das halte ich aber für ein Gerücht (ich habe es zugegeben auch noch nicht ausprobiert).  Wer Schlagsahne vermisst, kann zu Rice Whip von Soyatoo greifen (trotz des Herstellers, ist in diesem Produkt kein Soja enthalten).

Margarine

Auch wenn das Etikett mit dem Prädikat „rein pflanzlich“ wirbt, sollte man IMMER die Zutatenliste überprüfen. In den meisten Margarinesorten versteckt sich nämlich Molke (und somit Milcheiweiß) oder auch Sojalecitin. Empfehlen kann ich Deli Reform Original (VORSICHT, die Leichte oder Sommer Edition von Deli enthält Joghurt) oder im Biomarkt Alsan. Alsan kommt in ihren Kocheigenschaften echter Butter wohl am nächsten und ist demnach meine Hauptempfehlung.

Brühe

Seien wir mal ehrlich, wir arbeiten ca. 40 Stunden die Woche, wir haben Kinder und Haushalt zu versorgen oder mit unserer Zeit einfach sehr viel Besseres zu tun, als für jedes Gericht unsere eigene Brühe zu kochen. Wenn man sich dann doch mal die Mühe macht, kann man zwar Reste einfrieren, aber wer will schon den gesamten Gefrierschrank mit Brühe füllen nur um einige Pülverchen zu verbannen? Daher finde ich es vollkommen ok, wenn man im Alltag zu fertiger Bouillon greift. Viele Brühepulver enthalten jedoch Soja. Es gibt einige Biobrühen, die darauf verzichten, am einfachsten zu bekommen ist aber wohl die Bouillon pur von Knorr. Da wir auf Rindfleisch verzichten, nutzen wir hauptsächlich die Bouillon Pur Gemüse, Delikatess oder Huhn.

Mehl

Weizen steht bei uns auch nicht auf dem Speiseplan. Nur um ganz sicher zu gehen, haben wir auch seine engsten Verwandten gestrichen, d.h. kein Dinkel, kein Einkorn und auch kein Zweikorn. Damit wir aber nicht auf Kuchen, Bechamel oder ähnliches verzichten müssen, greifen wir auf glutenfreie Mehlmischungen zurück. Je nach Grad der Allergie sollte man hier kritisch die Zutaten prüfen, da sie häufig Spuren von Soja oder Milch enthalten. Die besten Erfahrungen habe ich mit den Mischungen von Schär gemacht. Das Allzweckmehl, der Brot Mix B sowie der Kuchen und Kekse Mix C sind frei von den häufigsten Allergenen, können aber Lupine bzw. Spuren von Lupinen enthalten. Der Mix C wirkt jedoch häufig sehr trocken und das Allzweckmehl übermäßig klebrig , weswegen ich meistens zum Brot Mix B greife (und das nicht nur für Brot).

Wein

Nun mag man sich denken: „Wein? Was kann denn an Wein so schlimm sein?“ Weine werden bei industrieller Herstellung häufig mit Rindergelatine oder auch mit Milcheiweiß geklärt. Da diese Stoffe wieder herausgefiltert werden, müssen sie nicht als Zutaten deklariert werden. Da aber Spuren davon zurückbleiben können, sind wir dazu übergegangen, mit veganen Weinen zu kochen. Beispiele sind der italienische Cosi (Rot- und Weißwein erhältlich) vom Winzer Sansovino oder auch der etwas ausgewogenere Spanier Suelo (ebenfalls als Rot- oder Weißwein erhältlich) vom Weingut Riegel.

Mayonnaise

Wir haben einige Sorten an veganer, sojafreier Mayonnaise ausprobiert… Die einzige, die uns bisher voll und ganz überzeugt hat, sowohl geschmacklich als auch in ihrer Konsistenz, ist die Salatmayonnaise von Bruno Fischer.

Eier

Es gibt einige Methoden um Eier zu ersetzen, ich habe jedoch bisher die besten Erfahrungen mit Orgran No Egg gemacht. Egal ob Kuchen, Kekse, sogar Semmelknödel (aus selbst gebackenem glutenfreiem Weißbrot) sind mit No Egg gelungen.

Käse

Käse ist ein schwieriges Thema… Machen wir es kurz – Ich habe VIELE Käsealternativen probiert. Es scheint nahezu unmöglich zu sein, ohne Soja einen auch nur ansatzweise brauchbaren Käseersatz herzustellen. Im Ernst! Auf einem dünnen Stück Plastik kann man schließlich auch viel günstiger herumkauen. Die einzige Empfehlung, die ich guten Gewissens aussprechen kann, ist der Wilmersburger Pizzaschmelz zum gratinieren und überbacken. Er erinnert zwar eher an den knallgelben Schmelzkäse, als an einen für Pizza geeigneten Käse, aber in der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen. 😛 Wer anderen Gerichten (z.B. Risotto, Sauce Béchamel, etc.) eine käsige Note verleihen möchte, der kann auf Hefeflocken zurückgreifen. Diese Flocken sind echt der Hammer! Ein klein wenig Senf für die gewisse Würze noch dazu und schon lässt sich sogar eine halbwegs vernünftige Käse-Lauch-Suppe kochen!

More to follow… 😉

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